Lassen Sie sich für unseren Newsletter registrieren
  FOTO DES MONATS
  FRAGE DES MONATS
  ARTIKEL DES MONATS
  WICHTIGE LINKS
www.malev.hu
www.budapester.hu
www.pesterlloyd.net
  WÄHRUNGSRECHNER
 STATISTIK

Pavillon - Archiv

Werte zum Vermitteln – Ursachen der Wertvermittlung ...

Franz Schaffhauser ist ein in Ungarn lebender deutscher Universitätsdozent. Er spricht beide Sprachen sehr gut. Seine Publikationen handeln hauptsächlich von Schulwesen, Pädagogik und Erziehung.
Im Sommer konnte ich an einer Konferenz in Kecskemét teilzunehmen, auf der er folgendes sehr interessante Referat über die Rolle der Pädagogen hielt. 
 
Die heutige Pädagogik ist größtenteils wertneutral. Wie es aussieht wollen, können oder dürfen die Pädagogen keine Werte konkret definieren. Ist es aber in unserer Zeit überhaupt möglich, Wertakzente zu bestimmen? Kann man sich in der Kavalkade der verschiedenen Werte zurechtfinden?
Der Mensch ist ein suchendes Wesen. Wer stellt aber die Fragen, die ihn dabei orientieren? Das Lebens oder der Mensch sich selbst?
Ein richtiger Lehrer sollte den Schülern die ewigen Werte anschaulich machen. Das Wort „Pädagoge” bedeutet nämlich „Begleiter”, der die Jugendliche nicht verlassen darf, sondern bei ihrer Entwicklung unterstützen muss. Die Rolle des Lehrers wird falsch interpretiert, wenn er nur den Lehrstoff übergibt und sonst keine Einwirkung auf die Schüler ausübt.
 
Wie ist also das richtige oder „erwünschte” Verhalten eines/r LehrerIn? Ich ordne meine Antworten auf diese Frage in folgende Punkte:
 
-         Man muss zu jedem extremen Gedanken Nein sagen.
-         Der Lehrprozess muss wertzentralisiert werden, aber nicht streng normativ.
-         Die Werte sollen den Schülern in einem geordneten System vermittelt werden.
-         Es ist natürlich schwer möglich, Werte ohne Ideologien weiterzugeben. Weil ein Lehrer Ideologien im direkten Verkehr vermeiden sollte, muss er aber dazu den richtigen Weg und die richtigen Methoden finden.
 
Meine Konzeption steht natürlich sehr weit von den „liberalen” Konzeptionen, die sofort die Frage stellen: „Woher nimmst du das Recht, die seelische Entwicklung junger Menschen vom Katheder aus zu beeinflussen?”. Ja, wir stimmen natürlich zu: alle Menschen haben ihre Freiheit, die nicht angetastet werden darf oder wie der Philosoph Sartre formulierte: „Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt”. Aber der Mensch muss auch eine Verantwortung gegenüber dieser „unendlichen Freiheit” besitzen, und die Erwachsenen sogar eine schon in der Kindheit begründete Sitte. Das ist die „Dreifaltigkeit” des menschlichen Geistes, an die ich immer appelliere.
 
Wenn wir über die vermehrten Aufgaben und Verantwortung der Pädagogen reden, sollten wir auch unter Lupe nehmen, in welchem Maß diese Verantwortung real ist. Warum sie in der heutigen Gesellschaft nötig ist. Was den Gesellschaftsforschern aufgefallen ist, ist die niedrige Frustrationstoleranz der heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie sind die Generation, die „alles“ von den Eltern bekommen hat. Sie mussten nicht mehr auf die Felder gehen oder in der Werkstatt den Eltern helfen. Ihr Spielzeug war sauber, bunt und perfekt. Wie Barbie-Puppen. Die Psychologen reden neben dem „Barbie-Kind-Typ“ bereits über „Barbie-Erwachsene“... Sie sind die ehemaligen Kinder, die, erwachsen geworden, Misserfolge sehr schwer ertragen können. Wie die ehemaligen, von allem Unbill verschonten „Barbie-Kinder“.
 
Also haben die Pädagogen die Aufgabe, Kindern Gefühle zu vermitteln. Gefühle, die den richtigen Weg im Inneren der Schüler später markieren können. Gefühle, die die Gestaltung der ewigen Werte erleichtern. Jedoch soll - als positives Merkmal in der Gesellschaft - unbedingt erwähnt werden, dass die Mehrheit der heutigen ungarischen Jugend diese Werte noch kennt. Die Akzente jedoch verschieben sich oft in Richtung Karriere(sucht), Arbeit(ssucht) und Genuss(sucht). Und unter eben diesem Blickwinkel sind die Einwirkungen von Familie und Pädagogen in den Kinderjahren unentbehrlich.
 
Notiert von Lajos Káposzta

 

2005-2007

2007/02

 weiter >> 


2007/08

 weiter >> 


2007/01

 weiter >> 


2007/09

 weiter >> 


2007/03

 weiter >> 


2007/07

 weiter >> 


2007/06

 weiter >> 


2007/05

 weiter >> 


2007/04

 weiter >> 


2006/02

 weiter >> 


2006/11

 weiter >> 


2006/08

 weiter >> 


2006/01

 weiter >> 


2006/10

 weiter >> 


2006/12

 weiter >> 


2006/09

 weiter >> 


2006/03

 weiter >> 


2006/07

 weiter >> 


2006/06

 weiter >> 


2006/05

 weiter >> 


2006/04

 weiter >> 


2005/11

 weiter >> 


2005/08

 weiter >> 


2005/10

 weiter >> 


2005/12

 weiter >> 


2005/09

 weiter >> 


2005/07

 weiter >> 


2005/06

 weiter >> 


 
DEUTSCHSPRACHIGER STAMMTISCH