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Pavillon - Archiv

Alois Kutschera

kam am 5. Dezember 1859 in Pest zur Welt und starb am 22. Oktober 1919 in Wien. Zu seinen zahlreichen Liedern, von welchen einige im gesamten deutschen Sprachraum Verbreitung fanden, schrieb er zumeist Text und Melodie selber. Einige seiner größten Erfolge wie „Weißt du Muatterl, was i träumt hab?”, ,,Du bist zu schön, um treu zu sein...” und „Schönau, mein Paradies...” sind auch in Ungarn nicht unbekannt.
Auf den Odeon-Records (USA) wurden bereits 1905 Titel von Alois Kutschera aufgenommen, so das bekannteste davon „Weißt du Muatterl, was i träumt hab”, „Außer Rand und Band”. Bei Favorite wurde 1908/09 der „Erzherzog Johann Jodler”, ebenfalls von Kutschera, aufgezeichnet.
Zu den populärsten Liedern, die gerne auch von den Wiener Heurigen Musikern gepielt wurden, zählen „Mein Elend oder verlorenes Glück”, „Wan net Muatterl, wann et” (Text Richard von Ranna), „Die unvergesslichen Augen”.sowie „Vergiss das arme Mädchen nicht”. Mit seinem „Budapester Wirten-Marsch“ hat sich Kutschera wohl seiner Geburtsstadt erinnern wollen.
Im „Cylinder Archiv" (Angaben vom Jahr 2000) sind auf einem Wachszylinder aus dem Jahre 1902/1904 Aufnahmen von Kutschera zu hören. Dieser schwarze Wachszylinder war beschädigt, aber in vielen Stunden Arbeit konnte er wieder hergestellt werden. Eine andere Melodie von Kutschera „Schönau, mein Paradies...” wurde in Deutschland im Jahre 1912 mit dem Johann-Strauß-Orchester und mit Chor auf einen „Edison Gold Zylinder cylinder record #16236" aufgenommen.
In Weißkirchen (serbisch: Bela Crkva; ungarisch: Fehértemplom; rumänisch: Biserica Alba), einer serbische Kleinstadt im Bezirk Juzni Banat der Vojvodina, nahe der Grenze zu Rumänien, begann der Ethnograph Alfred Kuhn im Jahre 1979 Lieder aufzuzeichnen, die in seiner Heimatstadt gesungen wurden. An dieser Zusammenstellung kann man erkennen, dass fast alles gesungen wurde – Volkslieder, volkstümliche Kunstlieder, Theater und Komödienlieder, Wiener Lieder. Mit Interesse vermerkt man, dass dort auch Lieder des Komponisten Alois Kutschera bekannt waren.
  

Infos zu Weißkirchen: 
Nach der Volkszählung in Österreich-Ungarn 1910 sprachen von den 11.524 Einwohnern der Stadt 6.062 Deutsch, 1.994 Serbisch, 1.806 Rumänisch und 1.213 Ungarisch. Von den 36.831 Einwohnern der umliegenden Gebiete sprachen dagegen 20.987 Serbisch, 8.234 Rumänisch und 4.791 Deutsch. Die Deutschen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Sieg der jugoslawischen Partisanen vertrieben. 2002 betrug ihr Bevölkerungsanteil nur noch 29 Personen bzw. 0,27 %.
 

Aus dem „LandesratForum”, 
Mitteilungsblatt des Landesrates Ungarndeutscher 
Chöre, Kapellen und Tanzgruppen

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