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Pavillon - Archiv

„Unser Musikalisches Erbe

Anton Kraul wurde am 17. Januar 1871 geboren und verstarb am 13. Mai 1940 in der Kisutca (jetzt Petöfi Sándor utca) Nr. 359, im Hause der Familie, Vater Peter Kraul, Mutter Elisabeth Viszmeg. Ende des 19. Jahrhunderts war die Bevölkerung des Dorfes zu 95 Prozent deutscher Abstammung.In Waschkut war er Friseur und Musiker, unter der Leitung seines Vaters spielte er in den bekanntesten Kapellen der Gemeinde und Umgebung. In der ersten Kapelle spielte er Klarinette und war sehr talentiert. Kurz nachdem er seinen Beruf ausgelernt hatte, verstarb sein Vater plötzlich im Jahr 1888.


 

Ein traumatisches Erlebnis im Leben des jungen Mannes war, dass seine Mutter sich innerhalb kurzer Zeit wieder verheiratete. Der reiche Stiefvater, Matthias Kindl, ein strenger, konservativ eingestellter Bauer, hatte aus seiner erste Ehe einen Sohn (Anton Kindl) und natürlich den „neuen“ Sohn. Der drei Jahre ältere Anton Kindl wurde Priester, während Anton Kraul den Weg zum Dirigenten einschlug.


Der Weg war lang, aber der Dirigentenstab winkte. Im Alter von 20 Jahren ging er freiwillig zum Militär, und nach einer kurzen Ausbildung bei der Budapester Kaiserlich - Königlichen Militärmusik wurde er für einige Jahre Regimentstambour. Der Regimentstambour oder der Tambour Major war stellvertretender Kapellmeister, so war er an der Ausbildung beteiligt, ging beim Ausmarsch an der Spitze der Kapelle und dirigierte sie auch.

Von dort aus kam er zur Blaskapelle der Ungarischen Königlichen Post. Nach dem Tode des Dirigenten übernahm er die Führung dieses Orchesters. Nach einiger Zeit wurde er dessen Dirigent. Später dirigierte er das Landespostorchester und widmete diesem den „Ungarischen Postmarsch“. 1931 leitete er in seinem Geburtsort die örtliche Blasmusik.

Anton Kraul war aber nicht nur ein ausgezeichneter Musiker und Dirigent, sondern auch ein erstklassige Komponist. Besonders bekannt wurde von ihm: „Zrinyimarsch“ und „Magyar diszmenet indulo“ (ungarischer Defiliermarsch). Dieser wurde während der Zwischenkriegszeit als Defiliermarsch in der ungarischen Armee gespielt und wird heute noch von den Blaskapellen im Lande verwendet. Die Münchner Original Donau Schwaben nahmen seine Musik auf Schallplatte auf. Krauls Kompositionen fanden auch Eingang in das ungarischen Rundfunkprogramm wie die Märsche „Budapester Cafétier“, „Román hangok“, „Cigány“, „Harmonika Klänge“, „Hoch die Kaiserstadt“. Andere Musikstücke, die er komponiert hat: „Hindenburgs Sieg“ – ein Konzertmarsch, „Felmásztam az eperfára“ – ein ungarischer Liedermarsch, „Vigadj Magyar“ – ungarisches Liederpotpourri, „Kuruzenlieder“ – Potpourri.

In den Jahren  1926-1938 veranstaltete der Ungarndeutsche Volksbildungsverein (UDV) Blasmusikwettbewerbe, wobei es um eine Wanderfahne ging und u.a. auch Anton Kraul der Jury angehörte.

Am 8. September 1904 hatte, vom Gewerbebund veranstaltet, in Weißkirchen (heute: Serbien) ein Gartenfest stattgefunden. Hierzu wurde die Distrikt Honved Musikkapelle aus Segedin eingeladen, da sich damals die im Ort stationierte Regiments Musik 43 außerhalb bei Regimentsübungen befand. Die Kapelle stand unter der „tüchtigen Leitung des Herrn Kraul...“, wie die damalige Lokalzeitung berichtete.

Im Jahr 1932, dem Jahr seiner Pensionierung, kehrte er in seine Heimatstadt zurück. Leider starb seine Frau Berta Sauter, und er verbrachte seine letzten Jahre im Schoße der Kindlfamilie. In seinem Ruhestand unterrichtete er Musik und war auch noch als Kapellmeister tätig. Am 13. Mai 1940 war sein erfülltes Leben zu Ende. Noch nie war eine so große Menschenmenge auf dem Friedhof, wie zu seinem Begräbnis. An seinem Wohnhaus wurde 1996 von der örtlichen Deutschen Minderheitenselbstverwaltung und dem Waskuter Anton Kraul Blasmusikverein eine Wandtafel zur Erinnerung angebracht. Sein Grab erklärte die örtliche Selbstverwaltung 2005 zu einem geschützten Objekt, damit es eine ordentliche Pflege erhält.

Lajos Káposzta

Quellen: Robert Rohrs Buch "Unser Klingendes Erbe",

Internetseite der Blaskapelle, Archiv Landesratforum

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